Baustelle Nürnberg

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Nürnberg durchlebt gerade einen regelrechten Bauboom. Seit etwa 3 Jahren wird an allen Ecken abgerissen, saniert oder neugebaut. Brachen und Ruinen werden belebt und Baulücken geschlossen. Da diese Baustellen zunehmend das Gesicht der Stadt prägen, werde ich sie in Zukunft öfter mal unter die Lupe nehmen.

Am Wochenende habe ich mich auf dem ehemaligen Gelände von Heumann Pharma in der Allersberger-Straße umgeschaut.

Der mittlerweile über 100 Jahre alte nürnberger Pharmakonzern, errichtete hier im Jahr 1935 seine Fabrik. In den Gebäuden wurden über viele Jahre Arzneimittel aller Arten entwickelt, produziert und gelagert. Gegründet wurde das Unternehmen 1913 von Ludwig Heumann, einem katholischer Priester der Diözese Eichstätt und Naturheilkundler. Aus dem kleinen Unternehmen wurde schnell ein großer Konzern. 1989 wurde die Heumann Pharma GmbH vom Saatgut und Herbizid Giganten Monsanto gekauft und gehört seit 2005 der indischen Torrent Pharma.

1b60428ed3e131bd28d2abdbf89613Fabrik und Produktion um 1935 ( Quelle Fotos ) Weiterlesen

Valparolapass

Intro

Mai 2012. Im Rahmen einer Studienfahrt machte ich mich zusammen mit einigen meiner Kommilitonen auf nach Südtirol. Untergebracht waren wir in St. Ulrich in Görden, inmitten der Dolomiten. Natur, wunderschöne Berge und eine Atemberaubende Kulisse. 4 Tage lang sollten wir in den umliegenden Bergen, Fotos und Sphären für ein bevorstehendes Projekt für die Fotokina 2012 aufnehmen.

Der erste Tag begann mit Regen, Schnee und Nebel, weshalb wir mit der Arbeit nicht so recht anfangen konnten. Ich nutze zusammen mit 3 Freunden die Gelegenheit um das unbekannte Terrain zu erkunden und uns einen Überblick über die Gegend zu verschaffen.

Ohne zu wissen wo genau wir eigentlich waren, fuhren wir also los. Der Plan bestand darin die umliegenden Bergpässe abzufahren und nach potentiellen Fotolocations Ausschau zu halten.

Dies gestaltete sich aufgrund des Wetters dann doch nicht so leicht wie gedacht.

Tag 1 (26)

 

Valparolapass.

Nachdem wir schon seit einigen Stunden unterwegs waren und einige ziemlich beeindruckende Bergpässe abgefahren haben kamen wir zum Valparolapass. Der Pass befindet sich an der Grenze zwischen Venetien und Südtirol und schlängelt sich auf eine Höhe von 2192 m HÜdM. Oben angekommen entdeckten wir im Nebel ein Bauwerk was unsere Aufmerksamkeit auf sich zog.

Tag 1 (22)

Eine alte Ruine aus dem Ersten Weltkrieg. Wie sich später herausstellen sollte, befanden wir uns hier an einer Stelle an der im Ersten Weltkrieg über viele Jahre hinweg die Front verlief und ein erbitterter Stellungskrieg zwischen Österreichern und Italienern tobte.  Tausende starben hier, ganze Bergkuppen wurden gesprengt und massive Berge zu Festungen ausgebaut. Nach über 100 Jahren sind die Spuren des Krieges hier noch immer deutlich sichtbar und allgegenwärtig.
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Neue Seiten

Barcelona 2012 (58)

Hallo alle zusammen. Der Blog hat in letzter Zeit ein paar Updates bekommen. Ich arbeite mich gerade durch ältere Artikel, um Fotos und Links zu erneuern, Rechtschreibfehler auszubessern (sehr viel Arbeit :D ) und neue Infos hinzuzufügen. Es gibt eine neue About Seite, auf der ihr nun etwas mehr über mich und meine anderen Arbeiten und Blogs erfahren könnt. Wer mag kann mich jetzt auch bei meiner Arbeit unterstützen. Infos darüber unter Unerstützung. Der Blog ist eine Baustelle und wird in nächster Zeit etwas ausgebaut werden.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal bei meinen Lesern für die vielen positiven Mails, Kommentare und das Feedback bedanken.

Ich freue mich sehr darüber.

Beste Grüße

Danko

Spuren des Irrsinns

 

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Der Zweite Weltkrieg und die Zeit des Kalten Krieges haben nicht nur an der Oberfläche von Nürnberg ihre Spuren hinterlassen, sondern auch im Untergrund. So ist der Untergrund der Altstadt, heute durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Unter der nahezu kompletten nördlichen Altstadt erstreckt sich ein weit verzweigtes  Netz aus mehreren mit einander verbundenen Bunkeranlagen.  Im Norden dominieren Anlagen aus dem 2 Weltkrieg den Untergrund, im Süden sind es die Atombunker des Kalten Krieges.

Seit letztem Jahr treibe ich mich nun vermehrt im Untergrund herum und dokumentiere diese stillen Zeugen des Krieges und Kampfes der Systeme.

 

Atombunker in Nürnberg

Seit dem Inkrafttreten des Schutzbaugesetzes von 1965, wurden in Nürnberg bis in die 80ger Jahre etwa 21 “atomsichere” Zivilschutzanlagen errichtet. In der Theorie hätten etwa 5% der Stadtbevölkerung 14 Tage lang in ihnen überleben können und vor radioaktiven Niederschlägen, biologischen Kampfmitteln und chemischen Kampfstoffen sicher sein sollen.

Die größten Anlagen in der Stadt hätten etwa 2500 Menschen aufnehmen können. Der Platz in den Bunkern war sehr knapp bemessen. Dies hatte zur Folge, dass man hier unten nur im Schichtbetrieb sitzen und liegen konnte. 16 Stunden sitzen, acht Stunden schlafen auf schmalen Pritschen. Das Herumgehen war nicht vorgesehen, um eventuelle Konfrontationen bzw. Aggressionen zu vermeiden(!). Die Dieselgeneratoren waren unglaublich laut und die Temperatur in den Bunkern hätte bei Vollbesetzung nie unter 30 Grad gelegen.

50 Leute hatten sich ein Waschbecken zu teilen, den ganzen Tag über wäre auf zwei Herdplatten Suppe gekocht worden. An Arznei gab es Beruhigungsmittel, Augentropfen und Kohletabletten. „Der Bunkerwart und die Männer vom Technischen Hilfswerk waren nicht darin ausgebildet, mit einer solchen Menge an Menschen umzugehen“. Man hätte sich darauf verlassen, dass ein Arzt unter den Schutzsuchenden ist. Tote hätte man in Leichensäcken in die Eingangsschleusen geschafft.

Bundesweit wurden Bunker nach dem selben Konzept gebaut. Weiterlesen

Günthers Fabrik

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In einem Dorf in der Nähe von Nürnberg bin ich vor kurzem durch einen Tipp auf eine verlassene Düngerfabrik gestoßen. Die ältesten Gebäude auf dem Gelände stammen aus dem Jahr 1939 und waren Teil einer Ziegelfabrik. Nach ihrer Schließung zog Günther auf das Gelände und stellte hier bis zum Jahr 2007 Dünger für Pflanzen aller Art her. Seit nun 7 Jahren ist das Gelände verlassen. Die Gebäude verfallen, Kinder und Jugendliche kommen zu randalieren, der ein oder andere auch zum malen, es finden Paintball Kämpfe statt und ab und zu trifft man einen Fotografen.

Hier ein paar Fotos aus dem Jahr 2013. Weiterlesen

Nürnberg baut nen Tunnel

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Wie ja allgemein bekannt wird momentan die U3 richtung Nordklinikum verlängert. Der dritte Bauabschnitt der U3 hat eine Länge von 1,1 Kilometern. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 83 Millionen €. Ein teurer,  aber dafür immerhin sehr eindrucksvoller Spaß.

Die Bauarbeiten sind nun seit einiger Zeit im vollen Gange. Alle Tunnel sind gebohrt, die Bahnhöfe nehmen langsam Gestalt an und der Innenausbau läuft auf vollen Touren. Bis Anfang 2015 soll der Rohbau stehen und 2017 der neue Abschnitt in Betrieb gehen.

Doch wie schaut es da unten eigentlich aus?

Am Wochenende hatte ich nun endlich mal die Gelegenheit den neuen Abschnitt der U3 etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und diese Frage zu beantworten. Fazit: Ziemlich abgefahren und sehr beeindruckend.

 

Hier mein Bericht.

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Autos und anderer Sondermüll

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Vor kurzem bin ich über eine stillgelegte Sondermüllverbrennungsanlage in der nähe von Nürnberg gestolpert. Anders als die bisherigen hier im Blog vorgestellten Anlagen, war diese aber über viele Jahre in Betrieb. Trotz vieler Störfälle und Unfälle mit Verletzten und sogar Toten, war der Grund für die Stilllegung der Anlage im Jahre 2005 eher banal. Unwirtschaftlichkeit.

Auf dem Grundstück der Anlage befindet sich auch eine Sondermülldeponie in der seit 1968, 1,7 Millionen Tonnen Giftmüll eingelagert wurden. Diese ist seit Jahren undicht und verseucht den Boden.

Die Anlage befindet sich neben einem Wohngebiet mit etwa 6000 Einwohnern.

Was nach der Stilllegung bleibt ist ein riesiges verseuchtes Areal mit Tonnen von giftigen Sondermüll, in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet. Eine tickende Zeitbombe deren Entsorgung bzw Entschärfung Unsummen kosten wird.

Die Szenerie die sich mir vor einigen Wochen dort bot, war surreal. Auf dem Gelände befinden sich nach wie vor Berge von Müll, die seit Jahren unter freiem Himmel vor sich hin gammeln. Einige Gebäude sind teilweise eingerissen, die Keller füllen sich mit Wasser,  über das gesamte Areal sind Autowracks verstreut, die Einrichtung in den Gebäuden ist nach wie vor vorhanden und der Strom auch noch an. Bei meinem Streifzug über das Gelände hatte ich den Eindruck in einem Endzeitfilm zu sein. Abgefahren dieses Gelände.

Hier ein paar Fotos.

 

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Fürths neue Mitte

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Fürths neue Mitte ist ein Krater. An Stelle von Fiedler, Parkhotel, Festsaal, Kino und dem Wölfel Areal tut sich im Herzen von Fürth gerade eine große Baugrube auf. Wenig erinnert an das was hier mal stand. 2 Wände des alten Festsaals sind alles was geblieben ist. Weder Denkmalschutz, eine laufende Petition gegen den Abriss, Gutachten und Aussagen von Experten noch die Einstufung durch das Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, For­schung und Kunst als Oberste Denk­mal­schutzbehörde, dass der Abriss rechtswidrig sein, konnten die Koalition der Willigen vom Abriss abhalten.
Dem Investor wurden so gut wie keine Auflagen, was dem Umgang mit den Bestandsgebäuden angeht gemacht und so konnte sich dieser auch austoben.
Fürth verliert dadurch wieder ein Stück von seinem Gesicht und bekommt dafür einen austauschbaren Bürobau mit ein paar Läden drin, die es in Fürth eh schon gibt.

Anfang 2013 begannen die Abrissarbeiten um Platz für die Neue Mitte zu schaffen.

Ich habe den Abriss mit meiner Kamera begleitet und versucht ihn so gut wie möglich zu dokumentieren.

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Die Müll-Schwelbrennanlage in Fürth -Update2014-

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Millionen Grab und Hightech Ruine, die Müll-Schwelbrennanlage (kurz: SBA) im Fürther Hafen.

Nach nur einem Jahr in Betrieb wurde sie 1998 stillgelegt und blickt heute in eine ungewisse Zukunft.

Begonnen hat alles 1985 mit dem Angebot von Siemens an Fürth kostenlos eine Versuchsanlage  zur Müllverschwelung zu bauen.

Fürth sagte zu, die Planungen begannen und 1990 schätze man noch das die Gesamtkosten für das Projekt sich auf 32 Millionen DM belaufen werden würden. 1995 waren es dann schon 66 Millionen DM und zum Schluss hatte das Projekt stolze 125 Millionen €  (!!!)  verschlugen.

Das Projekt war von Anfang an in der  Öffentlichkeit sehr  umstritten vor allem wegen hochgiftiger Schwelgase die beim Betrieb entstanden.

Der Bund Naturschutz hielt der SBA gemeinsam mit dem “Müll und Umwelt e.V.” ein alternatives Abfallkonzept entgegen. Breite Unterstützung kam aus weiten Kreisen der Bevölkerung, es fanden mehrere Demonstrationen statt und 1993 wurden 27.000 Einwendungen gegen die SBA abgegeben. In einer neuntägigen Anhörung im Nürnberger Messezentrum wurde dann das alternative Müllkonzept vorgetragen. Nach Baubeginn klagten fünf Betroffene gegen den Bescheid, als noch während der Bauphase 1995 eine Privatisierung ins Gespräch kam, wurde in Fürth erstmals ein Bürgerbegehren gestartet, dass schließlich knapp mit 49% zu 51 % scheiterte.

Im September 1994 wurde dann mit den Bauarbeiten begonnen, die Anlage noch vor in Inbetriebnahme privatisiert und an die Stromkonzern-Tochter UTM GmbH veräußert.

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img112Die SBA im Bau

Fertig gestellt und in Betrieb genommen wurde die Anlage 1997. Rund lief sie aber selbst zu Beginn nicht. Die Anlage war extrem Störanfällig um man hatte ständig mit Materialstau, Sofwarestörungen und Schwelgasfreisetzung  zu kämpfen. Eine normaler Betrieb war nicht möglich.

Besorgte Anwohner gründeten die Aktion “Bürger beobachten die Schwel-Brenn-Anlage” welche all diese Zwischenfälle  dokumentierte.

Die vielen Probleme und Störungen führten dazu das die Anlage 1998 nochmals umgebaut und nachgebessert wurde.

Im August 1998 kamm es dann bei einem Probelauf zu dem entscheidenden Störfall welcher das Aus für die Anlage bedeuten sollte. Weiterlesen

Thermoselect Anlage

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Das neue Müllverbrennungsverfahren Thermoselect soll allen herkömmlichen weit überlegen sein. “Die vollständige Umwandlung der Abfälle in Energie und Rohstoffe, gleichzeitig eine drastische Minderung von Emissionen, das alles in kleinen, kostengünstigen Anlagen. Das Prinzip ist einfach: Der Müll wird unter hohem Druck in Ballen gepresst und erhitzt, das dabei entweichende Gas zum weiteren Aufheizen genutzt. Bei einer Hitze von 1 200 Grad Celsius werden entstehende Dioxine und Furane fast restlos zerstört. Auf dem Höhepunkt der Prozesstemperatur, bei 2 000 Grad Celsius, fließen die übrigbleibenden Mineralstoffe und Metalle als Schlacke ab. Es entsteht ein glasartiges Granulat, das im Straßenbau verwendet werden kann. Allerdings ist zur Zeit nicht absehbar, ob die politischen Gremien dem zustimmen werden. In Karlsruhe hingegen steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege; selbst eine Klage der Grünen wegen technischer Details hat zunächst keine aufschiebende Wirkung….

In den 90er Jahren wurde die Anlage als technisches Meisterwerk, Wunder und Ei des Columbus gefeiert, als Superofen, der die Luft nicht verpestet, der Müllhalden in Rohstoffberge verwandelte und nebenbei noch ganze Siedlungen beheizen konnte.

Die erste ihrer Art in Deutschland wurde in Karlsruhe hochgezogen. Mit dem Bau einer zweiten wurde kurz darauf Anfang 2000 in Ansbach begonnen.

Wie so oft kam es aber anders als es die verantwortlichen Lobbyisten und Politiker versprochen und erhofft hatten. Verbrannt wurde vor allem viel Geld. Thermoselect ist pleite. Die Anlage in Karlsruhe wurde nach unzählgen Pannen stillgelegt und die in Ansbach niemals fertig gestellt.

Nach dem Bau und der Inbetriebnahme der Pilotanlage in Karlsruhe kam es dort immer wieder zu massiven Problemen. Die Technik war alles andere als ausgereift und funktionsfähig. Deshalb verzögerte sich auch der Bau in Ansbach. Nach vielen Streitereien stellte die Schweizer Firma 2002 die Arbeiten auf der Baustelle ein und kündigte im darauf folgenden Jahr den Vertrag mit Auftraggeber TAE, der Thermischen Abfallentsorgung Ansbach. Thermoselect und TAE verklagten sich ab dem Jahr 2004 gegenseitig. Weiterlesen

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