Kongresshalle Nürnberg

Sie ist das größte noch erhaltene Bauwerk aus der NS Zeit und Nürnbergs größtes Bauwerk der Neuzeit, die Kongresshalle am ehemaligen Reichsparteitagsgelände.

Das gewaltige Gebäude war für Tagungen der NSDAP gedacht und sollte Platz für bis zu 50000 Menschen bieten.

Die Halle sollte nach den Vorstellungen der Architekten Ludwig und Franz Ruff, an das Kolosseum in Rom erinnern, es aber in den Dimensionen weit übertreffen. So hätten in die 275 mal 265 Meter große und 70 Meter hohe Halle doppelt so viele Menschen gepasst als in das Kolosseum von Rom.

Geplant war ein 4 geschössiger hufeisenförmiger Rundbau der mit 2 Flügelbauten und einer Eingangshalle abgeschlossen werden sollte. Die hufeisenförmige Halle sollte von Tribünen umrandet sein welche alle auf das Zentrum der Halle ausgerichtet waren. Dort im Zentrum sollte sich die Renerkanzel befinden von der aus der „Führer“ Reden an seine Schäfchen halten konnte.

Die Tribünen sollten oben mit einem 400 Meter langen und aus 88 Säulen bestehenden Säulengang umschlossen werden, darüber in etwa 70 Meter höhe, sollte dann eine 25.000 Tonnen schwere, freitragende Dachkonstruktion aus Stahl mit einer maximalen Spannweite von 170 Metern, das Dach der Halle bilden. In der Mitte dieser Dachkonstruktion, direkt über der Renerkanzel war ein großes Oberlicht geplant durch das Tageslicht genau auf den „Führer“ scheinen konnte.

Innenansicht der geplanten Kongresshalle, Modell (Stadtarchiv Nürnberg).


Modell der Kongresshalle.

Ob, wäre es soweit gekommen, auch alles so funktioniert hätte wie man sich das gedacht hat ist mehr als fraglich. Denn die Dachkonstruktion galt damals als äußerst schwierig zu realisieren und genaue Konstruktionspläne sind nie aufgetaucht.

1935 während der  Reichparteitage  erfolgte unter großen Tam Tam der Baubeginn der Halle.

Da der sumpfige Untergrund alles andere als geeignet für so einen Bau war, nahmen die Fundamentarbeiten ganze 2 Jahre in Kauf.

22.000 bis zu 16 Meter lange Betonpfeiler wurden in den Untergrund getrieben um ein Bau überhaupt möglich zu machen.

Ab 1937 arbeiteten dann ständig 1.400 Menschen auf der Baustelle. Dazu kamen noch etliche Zwangsarbeiter die im KZ Flossenbürg die 5 Meter dicken Granitblöcke für die Außenfassade aus dem Steinbruch schlagen mussten.

Fundament arbeiten um 1937 (Stadtarchiv Nürnberg) .

Die Kongresshalle im Bau, 1939 (Stadtarchiv Nürnberg) .

Hitler inspiziert die  Baustelle(Stadtarchiv Nürnberg) .

Fassadenmodell um 1938 (Stadtarchiv Nürnberg) .

Zu Kriegsbeginn wurden die Bauarbeiten eingestellt, 1940 wieder aufgenommen um sie kurz darauf endgültig einzustellen.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte noch der komplette Innenausbau, die oberste Etage, das Dach, weitere Etagen auf den Kopfbauten sowie die Eingangshalle.

Fertig gestellt waren  nur die Erschließungsbauten. So handelt es sich bei dem hufeisenförmigen Torso im Prinzip nur um ein Treppenhaus mit Fluren und Räumen für die Sanitärräume. Das Größte Treppenhaus Deutschlands vermutlich.

Nach Kriegsende, als die ganze Stadt in Trümmern lag, war die größte Ruine absurder weise eine Bauruine. Die Kongresshalle blieb von Bomben weitgehend verschont und überstand den Krieg.

In den folgenden Jahren gab es allerhand Vorschläge und Ideen wie mit dem Gebäude umzugehen sei. Neben dem Klassiker es abzureisen ( Märzfeld und co ), waren auch Ideen wie der Umbau der Halle zu einem Spaß und Einkaufszentrum oder zu einer Sportarena mit von der Partie.  Aus den Plänen wurde nichts und ab 1973 viel die Option das Gebäude abzureisen (wurde bisher aus kosten Gründen nicht gemacht) auch weg da der Freistaat Bayern die Hinterlassenschaften der NS-Diktatur für geschichtsrelevant und erhaltenswert deklarierte.

Da man sich zu dieser Zeit durch die monumentalen Bauten nur ungern an die Vergangenheit erinnert sah, verwundert der Vorschlag der Architekten Hellmut Ambos und Peter Weidenhammer aus den 80ger Jahren, die Kongresshalle mit NS-Kunst vollzustellen um das gesamte Ensemble Wind und Wetter aussetzen und es verfallen zu lassen, nicht.

Genutzt wurde das Gebäude seit Kriegsende vor allem als Lager für allerhand Dinge und als Bühne für Theaterstücke, Konzerte und Ausstellungen. Im linken Kopfbau befindet sich seit 1962 ein Konzertsaal der Nürnberger Symphoniker. Im rechten befindet sich seit 2001 das Dokumentationszentrum. Der Quellekonzern nutzte bis zu dessen Pleite den Rundbau als Lager, welcher nun leer steht und es wohl auch die nächste Zeit bleiben wird.

Im September 2011 durfte ich die leer stehenden Teile des Gebäudes erkunden und fotografieren.

Folgende Fotos entstanden dabei:

 

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Noch mehr Bilder gibt es Hier

Beste Grüße

Danko

Quellen Historischen Bildmaterial

Past Finder Nürnberg

Dokumentationszentrum Nürnberg

Außenstelle Liegenschaftsamt Nürnberg

Kumbiss.de

Stadtarchiv Nürnberg

Bauzeugen.de

NZ Kongresshalle Bauruine voller Möglichkeiten und Peinlichkeiten

 

2 Gedanken zu “Kongresshalle Nürnberg

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